Hugo van der Goes

28. Oktober 2022 - 5. Februar 2023

Ab dem 28. Oktober präsentiert Musea Brugge die Ausstellung „Den Tod vor Augen“ im St.- Jans-Hospital. Im Mittelpunkt der innovativen Schau steht das frisch restaurierte Meisterwerk „Der Tod Mariä“ von Hugo van der Goes (1430-40 – 1482), das nach der Restaurierung erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen ist. Van der Goes gehört zusammen mit Jan van Eyck, Rogier van der Weyden und Hans Memling zu den bekanntesten Flämischen Primitiven.

Die Ausstellung umfasst mehr als siebzig Werke. Neben Van der Goes‘ Meisterwerk sind unter anderem Gemälde von Hans Memling, Jan Provoost und Albrecht Bouts, aber auch Skulpturen, Manuskripte und Musikstücke zu bewundern. Fünf „neue Meister“ – Berlinde De Bruyckere, Anne Teresa De Keersmaeker, Ilja Leonard Pfeijffer, Sholeh Rezazedeh und Ivo Van Hove – leiten jeweils eine Facette der Ausstellung ein und eröffnen eine neue Perspektive auf eines der wichtigsten Werke der weltberühmten Sammlung „Flämische Primitive“ von Musea Brugge.

Die Tafel „Der Tod Mariä“ wurde vermutlich zwischen 1470 und 1472 im Auftrag von Jan Crabbe gemalt, dem Abt der Abtei Ten Duinen in Koksijde. Auf dem Werk ist eine in der realistischen Darstellung von individuellem Kummer, eindrucksvollsten Sterbeszenen der spätmittelalterlichen Kunst zu sehen: eine bleiche, blau gekleidete Jungfrau auf dem Sterbebett, um das sich kreisförmig eine Gruppe von Aposteln schart. Van der Goes ließ sich für diese Szene von den apokryphen Evangelien und der Legenda Aurea inspirieren. Anhand von sieben Visionen oder sieben Mini-Ausstellungen erfährt der Besucher mehr über dieses Gemälde. Weshalb gehört es bereits seit 550 Jahren zu den großartigsten Schöpfungen unseres Kulturerbes? Und warum fasziniert es den Betrachter auch bis in die Gegenwart hinein?

Die Ausstellung, befasst sich mit zeitlosen und aktuellen Themen wie Abschiednehmen, Sinngebung und Spiritualität. Aber auch das Leben und die ikonische Bedeutung von Maria werden beleuchtet, ebenso wie die Virtuosität des Meisters Hugo van der Goes selbst. Dass sein Gemälde aktueller denn je ist, beweisen die fünf „neuen Meister“, die jeweils eine Facette der Ausstellung einleiten. Sie alle sind Virtuosen auf ihrem Gebiet und wurden auf die eine oder andere Weise von „Der Tod Mariä“ berührt. Per Videobotschaft erläutern sie ihre innovative Sicht auf die Themen des Werks.

Ende 2018 begann die wissenschaftliche Untersuchung und Restaurierung des Gemäldes „Der Tod Mariä“. Ein Team von fachkundigen Restaurateuren des Musea Brugge arbeitete unter Aufsicht einer internationalen Begleitkommission. Nach fünfjähriger gründlicher Restaurierung des „Marientods“ wird nun deutlich, wie genial van der Goes Farbe, Komposition und Technik einsetzte. Andererseits ist van der Goes auch ein atypischer Flämischer Meister: auch wenn er ein eher traditionelles Thema behandelt, tut er dies doch auf innovative und eigenwillige Weise.

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